Sonntag, 26. Mai 2013

The Guard - Ein Ire sieht schwarz

Klappentext: Die Tage der beschaulichen Ruhe sind dahin, als der FBI-Agent Wendell Everett auftaucht. Er berichtet von 500 Millionen Dollar Drogentransport. In den nächsten Tagen wird die heiße Fracht den Küstenstreifen erreichen. Alle sind alarmiert, und um Gerry Boyles geregelten Tagesabläufe  ist es endgültig geschehen. Auf den Fahndungsfotos, die Everett herumzeigt, erkennt er sofot den Toten aus dem Ferienhaus.
Als dann noch die Drogendealer versuchen, ihn zu kaufen, was ihnen zuvor schon bei allen anderen Kollegen im Ort gelungen ist, erkennt der aufrechte Gerry Boyle, dass er die Dinge selbst in die Hand nehmen muss.
Der Einzige, dem er noch vertrauen kann, ist ausgerechnet FBI-Agent Everett. Für den westirischen Kleinstadtpolizisten ist das der denkbar schwierigste Partner.

Wir Deutschen haben schon ein Händchen für (meist) sinnfreie Nebentitel. In diesem Fall ist er allerdings ziemlich treffend.

Connemara, Irland, der Landpolizist Gerry Boyle (Brendan Gleeson, Brügge sehen... und sterben?) ist so ziemlich alles andere als politisch korrekt und die Vorschriften, nun, das sind die Sachen, an die sich die anderen halten. Auf den ersten Blick wirkt er raubeinig und korrupt. Jemand, der das Gesetz nach Belieben interpretiert.

Die Dinge ändern sich allerdings, als er zunächst einen neuen Kollegen aus Dublin, Aidan McBride (Rory Keenan, Die Herrschaft des Feuers), zugestellt bekommt und gleich einen Mord aufklären muss.

Komplizierter wird es, als auch noch der FBI-Ermittler Wendell Everett (Don Cheadle, Hotel Ruanda) auftaucht, es wird vermutet, dass in nächster Zeit eine große Menge Drogen an der irischen Küste umgeschlagen werden. Es stellt sich heraus, dass der Tote Teil dieser Bande Drogenschmuggler war. Da sich Everett und Boyle in keinster Weise leiden können, müssen sie (wie das halt in Filmen immer so ist. :D) zusammen arbeiten.

Gerade diese beiden gegensätzlichen Charaktere machen (wie so oft) den eigentlichen Reiz dieses Filmes aus. Es macht einfach Spaß, wie sich beide letzten Endes zusammenraufen und die Maske, die Boyle trägt, immer löchriger wird. Denn im Grunde ist er ein extrem unangepasster Mensch (Was auch eine kurze Szene mit seiner Mutter, gespielt von Fionnula Flanagan, The Others, sehr deutlich macht), der weitaus intelligenter und prinzipientreuer ist, als er allen anderen weismachen will. Auch eine gewisse Müdigkeit gegenüber seiner Arbeit kommt zum Ausdruck.

Erwähnenswert ist auch das Gangstertrio bestehend aus Mark Strong (Sunshine), David Wilmot (I Went Down) und Liam Cunningham (Harry Brown), die (mehr oder weniger) munter vor sich hin philosophieren, was die Aufnahmeart noch wunderbar unterstützt.

"Es sind auch Schwule in der IRA?"
"Ja, ein oder zwei, war der einzige Weg den MI5 zu infiltrieren."


The Guard strotzt vor schwarzem Humor und reichlich Augenzwinkern.

Trotz aller Blödeleien wird die durchaus ernste Geschichte um Drogen, Mord und Korruption stetig vorangetrieben, im bleihaltigem Finale geht Boyle, der mittlerweile nichts mehr zu verlieren hat, seinen letzten Gang (Nur um allen nochmal ein Schnippchen zu schlagen?)

Gute Dialoge, skurille Charaktere (Alleine dieser Junge auf dem Fahrrad. :D), schöne Bilder und ein ansprechender Soundtrack runden die ganze Sache ab. Filmherz, was willst du mehr?

Genau das Richtige für einen verregneten Sonntag.

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